INTERVIEW MIT SPANISCHER HYGIENEFACHKRAFT EVA REDON

„DAS BEWUSSTSEIN FÜR HÄNDEHYGIENE NACHHALTIG SCHÄRFEN“

Die mangelnde Compliance bei der Händedesinfektion hat viele Gründe. Eva Redon, spanische Hygienefachkraft am Krankenhaus in Mollet del Vallès, berichtet darüber, wie sie mit der Etablierung des Interventionsprogramms OBSERVE, dem Pilotprojekt des Evolutionskonzepts von HARTMANN, die Händehygiene-Compliance in ihrem Krankenhaus deutlich verbesserte.

Die unzureichende Compliance in der Händehygiene ist ein Dauerbrenner-Thema in Gesundheitseinrichtungen. Warum fällt es Mitarbeitern so schwer, die Händedesinfektion in der Praxis richtig umzusetzen?

Wir haben in unserem Krankenhaus am 5. Mai, dem Welthändehygienetag, eine Umfrage durchgeführt, um diesem Problem auf den Grund zu gehen. Das Ergebnis zeigt, dass die Ursachen für eine schwache Händehygiene-Compliance vielfältig sind. Die Gründe reichen von Hautirritationen über mangelnde Routine bis hin zur Schwierigkeit, die 5 Momente der Händedesinfektion in der Praxis richtig zu erkennen. Einige der Befragten führten die mangelnde Bereitschaft zur Händehygiene auch auf die unzureichende Verfügbarkeit von alkoholischen Hände-Desinfektionsmitteln an den notwendigen Orten zurück.
Eva Redon: Engagierter Einsatz für eine besseren Infektionsschutz
Sie sind diese Probleme mit der Einführung des Händehygiene-Programms OBSERVE* aktiv angegangen. An welchen Stellen haben Sie mit dem Interventionsprogramm zuerst angesetzt?

Zunächst einmal war es wichtig für uns, die Mitarbeiter von der Notwendigkeit und den Vorteilen der alkoholischen Händedesinfektion zu überzeugen. Wir haben darüber aufgeklärt, dass alkoholische Produkte effektiver gegen Erreger wirken und zugleich auch noch hautverträglicher sind als das Händewaschen mit Seife. Dabei haben die im Programm bereitgestellten Schulungen enorm geholfen. In einem weiteren Schritt haben wir dafür gesorgt, dass in dem Krankenhaus überall dort Hände-Desinfektionsmittel zur Verfügung stehen, wo sie gebraucht werden. Grundlegende Voraussetzung hierfür waren die Checklisten zur richtigen Platzierung der Spender.
EVA REDON,
Infection Prevention and Control Nurse, Hospital de Mollet, BARCELONA
„Wir haben die Compliance-Rate in unserem Krankenhaus erhöht und ich bin mir sicher, dass wir somit mehr als eine Infektion verhindern haben.“
Hospital de Mollet: Compliance-Rate nachhaltig erhöht
Worin sehen Sie die wichtigsten Vorteile des OBSERVE*-Programms?

Für mich ist es entscheidend, dass das Programm alle Instrumente bietet, um die von der WHO empfohlene multimodale Strategie auf den verschiedenen Ebenen umzusetzen. Neben den umfassenden Schulungsservices sowie den Spender-Checklisten, haben wir im Krankenhaus ganz besonders von den E-Learning-Tools, den Trainingsgeräten zur Einübung der Einreibemethode und der Observe App zur Beobachtung der Händehygiene im Fachkreis profitiert.

Was hat denn die Einführung der OBSERVE App konkret bewirkt?

Wir hatten vorher, bis 2014, das Händehygiene-Verhalten der Mitarbeiter mit dem WHO-Fragebogen erfasst. Das war für uns sehr aufwändig. Vor allem die Dateneingabe, die Auswertung und Erstellung von Grafiken haben uns viel Zeit und Mühe gekostet. Da bedeutete die Einführung der Observe App einen radikalen Fortschritt. Damit konnten wir das Händehygiene-Verhalten der Mitarbeiter beobachten, auswerten und rückmelden – und das in Echtzeit. Die hohe Anzahl unserer Beobachtungen führte dazu, dass wir Schwachstellen der Händehygiene besser identifizieren und mit gezielten Trainings überwinden konnten. Darüber hinaus wurde das Bewusstsein der Mitarbeiter für die Händehygiene nachhaltig geschärft.

Welches Fazit ziehen Sie im Hinblick auf das Händehygiene-Programm?

Mit dem Interventionsprogramm konnten wir einen systematischen Wandel in der Händehygiene erreichen. Wir haben die Compliance-Rate in unserem Krankenhaus erhöht und ich bin mir sicher, dass wir somit mehr als eine Infektion verhindern haben.

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* Das Tool OBSERVE steht derzeit nur Fachkräften zur Verfügung.